Freystadt

Sankt Sebastianskirche

1603

Eine Notsituation war Ursache für die Entstehung der Sebastianskirche.

Als um die Jahrhundertwende zum 17. Jh. in Deutschland die Pest so sehr wütete, blieb auch Freystadt nicht verschont. Zur Bestattung der zahlreichen Opfer wurde der Friedhof um die Stadt-Pfarrkirche bald zu klein und so wurde im Jahr 1603 außerhalb der Stadt, unweit des südlichen Stadttors, ein Friedhof angelegt.

 

1617

1617 wurde dann am neuen Friedhof eine Kapelle von 22x18x14 Fuß (6,5 m x 5,4 m) erbaut und dem Patron gegen die Pest, dem Heiligen Sebastian geweiht. Die Kosten haben die Pfarrei aus dem Verkaufserlös von 5 Silberkelchen, das Spital mit 50 Gulden und die Bürger durch Spenden aufgebracht.
Freystadt war zu dieser Zeit calvinistischen Glaubens. So wurde die Sebastianskirche also ursprünglich als eine evangelische Kirche erbaut.

 

1763

Etwa nach 45 Jahren hat sich der Ort wieder erholt, die Bürger wurden mehr und die Kapelle zu klein. So hieß die Devise erweitern oder neu bauen. Der damalige Stadtpfarrer Birkel stellte 700 Gulden zur Verfügung und erhielt 1759 die Erweiterungsgenehmigung. So konnte 1763 auf rd. 10 m x 6 m vergrößert und ein Turm dazu gebaut werden.

 

1803

Nahezu 200 Jahre fanden Bestattungen im alten und im neuen Friedhof statt, denn der Friedhof um die Pfarrkirche wurde erst 1803 aufgelassen.

 

1806

Im Jahr 1806 hat ein Blitz den Turm zerstört, der wegen fehlender Mittel nur notdürftig wieder errichtet wurde. Erst nach Jahren konnte er mit einem Zuschuss der königlichen Regierung wieder vollständig repariert werden.

 

1909

In den Jahren 1909/1910 hat der Berchinger Kirchenmaler Ambos den Kirchenraum nochmal restauriert.

 

1945/1950

Viele evangelische Flüchtlinge kamen zum Kriegsende nach Bayern und fanden auch in Freystadt und Umgebung ein neues Zuhause. Es wurde ihnen gestattet, in der Sebastianskirche Gottesdienst zu feiern.

Um die Mitte des 20. Jh. verliert das Gotteshaus wegen seines schlechten baulichen Zustandes an Bedeutung. Ab 1950 wurde nur noch einmal im Jahr am Gedenktag des Heiligen Sebastians (20. Januar) eine Prozession und ein Gottesdienst in ihm gehalten.

 

1969

Von 1969 an wurden dann Gottesdienste in der Kirche wegen der baulichen Mängel gänzlich unterlassen und die Kirche dem Verfall preisgegeben.

 

1985

Es nimmt in der Stadt Freystadt durch die Neubausiedlungen nicht nur die Bevölkerung zu, sondern auch durch Zuzug aus dem fränkischen Raum der Anteil der evangelischen Bürger, die vom evangelischen Pfarrer in Sulzkirchen betreut werden.

Über zehn Jahre lang hatten die Evangelischen aus Mangel an einer eigenen Kirche im Stadtgebiet das Gastrecht zur Gottesdienstfeier in der Spitalkirche. Aber der Wunsch nach einer eigenen Kirche oder einem Gemeindehaus wurde immer größer. Dieser Wunsch kam auch dem damaligen katholischen Stadtpfarrer Pater Dagobert zu Ohren, der ohnehin Sorgen mit dem Zustand (Einsturzgefahr) der Sebastianskirche hatte.

Oft und lange wurden dann Gespräche und Verhandlungen geführt bis sich schließlich auch die Vertreter der Evangelischen Landeskirche und die der Diözese Eichstätt einig waren.

 

1986

So kam es zu einer Schenkung der St. Sebastianskirche an die Evang. Luth. Kirchengemeinde Sulzkirchen unter Auflage einer grundlegenden Renovierung. Die notarielle Beurkundung der Schenkung fand dann auch bereits im Dezember 1986 statt.

Viele fleißige Helfer und Spender über die Konfessionsgrenzen hinweg unterstützten in den darauffolgenden drei Jahren das große Vorhaben des Umbaus.

 

1989

Am Ewigkeitssonntag des Jahres 1989 war es dann soweit.

Das Gotteshaus erstrahlte in neuem Glanz und wurde mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Seither werden hier rund alle zwei Wochen evangelische Gottesdienste gefeiert. Die lose Bestuhlung ermöglicht eine variable Gestaltung des Innenraumes für besondere Anlässe.

 

1991

Am 17. Februar 1991 wurden dann auch die zwei neugegossenen Glocken eingeweiht.

Die kleine Glocke wiegt 100 kg. Ihr Symbol ist die Taube. Ihre Inschrift lautet: Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe

Die große Glocke wiegt 170 kg. Ihr Symbol ist das Osterlamm. Ihre Inschrift lautet: Ich bin die Auferstehung und das Leben